Charaktere

 

Constantine - Justicar (Erzähler)

Lucer - Inquisitor

Demnos - Librarian

Atlas – Terminator - Heavy Weapons

Samuel – Terminator

Malcor – Terminator


 

-Für das Protokoll, beginnen Sie mit ihrem Namen und ihren Rang, dann erklären Sie ihr Handeln.

Constantine, Brother-Captain der 8. Bruderschaft,

Damit das volle Ausmaß meiner Entscheidung begriffen werden kann, muss ich weit zurück gehen. Vor vielen Jahrhunderten, ich war gerade Justicar des Einsatzverbands Dragonius geworden und wir befanden uns an Bord der Sternenhammer, versteckt im Schatten des Mondes einer Imperialen Agrarwelt.

Die Welt galt als eine der Hauptversorger der Fabrik- und Minenwelten dieses Sektors. Von außen wirkte Sie ruhig und unschuldig. Doch wir waren nicht Grundlos hier. Ich griff in Gedanken nach Inquisitor Lucer.

Inquisitor Lucer war ein recht hoch gewachsener und muskulöser Mann – für einen Menschen. Ein paar Strähnen seiner braunroten Haare hingen in das scharf geschnittenes Gesicht und der strenge Blick seiner stahlblauen Augen reichte meist aus um sich tödlichen Respekt zu verschaffen, seine reibeisen Stimme und knackig gebellten Befehle verstärkten diesen Effekt noch. Selten musste er in der Zeit seitdem ich Ihn kenne davon Gebrauch machen. An Bord der Sternenhammer war er stattdessen wie Ausgewechselt. Er alberte rum und redete ohne Unterlass… ein sehr anstrengender Mensch. Dennoch für sein junges Alter ein sehr engagierter und qualifizierter Inquisitor des Ordo Malleus.

Alle Inquisitoren die mir bis dato begegnet waren wurden von einem Gefolge begleitet. Je ruhmreicher und höher der Rang des Inquisitors, desto größer seine Gefolgschaft. Lucer reiste allein.

Als ich in seinen Geist eindrang spürte ich keine Gegenwehr, er wusste das ich dies tun würde, also ließ ich ihn merken das ich da war, bereit zu sehen was er sah. Lucer stand in der Mitte einer großen Halle, ein zentraler Umschlagplatz, oder etwas was dem gleich kam. Instinktiv scannte ich diesen. Der Handelsplatz war weitestgehend verlassen, nur wenige, vielleicht zwei bis drei Dutzend Individuen verluden ihre Hab und Gut auf Karren und Transportern. Zumindest versuchten Sie den Anschein zu erwecken, zu nervös ihr permanenter Blick auf den Inquisitor, zu auffällig die kantigen Abzeichnungen der Waffen unter ihren Umhängen und Mänteln. Auch Lucer war dies bereits aufgefallen. Gegenüber von ihm lag der Planetare Gouverneur wie eine fette, aufgedunsene Qualle auf einer schwebenden Sänfte, flankiert von zwei gepanzerten und maskierten Leibwächtern. Beide trugen die rituellen Stabwaffen dieser, ihrer Heimatwelt.

„Den Imperator zum Gruße, edler Inquisitor, ich heiße euch auf meinem friedliebenden Planeten willkommen.“ eröffnete der Gouverneur das Gespräch und reckte seinen Siegelring erwartungsvoll in Lucers Richtung. „Mein Name ist Lucer Dämmerstein, Inquisitor des Ordo Malleus, seid ihr der Planetare Gouverneur Franque de’Jaques?“ entgegnete Lucer, den Siegelring ignorierend und den Fettleibigen mit seinem Blick durchbohrend. Dieser grinste vergnügt, grunzte einmal und schob sich eine undefinierbare Masse aus Früchten in den Mund. Noch schmatzend mit vollem Mund erwiderte dieser „Jawohl das bin ich, wenn Ihr schon den Ring nicht küssen wollt, solltet ihr mir zumindest den Respekt entgegen bringen und vor mir knien, ich vertrete hier schließlich das Wort des göttlichen Imperators, dies macht mich quasi selbst zu einem Gott!“

Ich spürte wie der Zorn aufgrund dieser Blasphemie in Lucer hochstieg, griff jedoch nicht ein. Dies war nicht meine Aufgabe. Lucer senkte den Blick und atmete ein paar Mal tief durch. Als er dann den Blick erhob, erklang seine Stimme wie ein Tenor aus tausend Donnern über den Platz, insgeheim war ich stolz stummer Zuschauer dieses Ereignisses zu sein.

„FRANQUE DE’JAQUES IM NAMEN DES IMPERATORS SEID IHR ANGEKLAGT DES PACKTIERENS MIT KORRUMPIERTEN MÄCHTEN! STELLT EUCH DEM URTEIL UND IHR UND EUER GEFOLGE WERDET EINEN SCHNELLEN TOD ERFAHREN!“

Stille – dann lachte der Gouverneur laut auf. Seine Leibgarde stieg kurz darauf mit ein. Lucer war mittlerweile von den restlichen Menschen die sich zuvor auf dem Platz aufhielten umstellt worden.

„Was ist, wenn ich mich weigere, Mensch?“ Blubberte es aus ihm hervor, während der Fettleibige weiter gackerte. Sein Körper schien zu pulsieren, immer wieder drückte und drängte sich etwas gegen die Haut, bildete feine Risse auf diesem hellen und schwabbeligem Material, noch nicht bereit hervor zu treten.

„Ich habe euch keine Option zu einem ‚Wenn‘ gegeben…“ knurrte Lucer. Die Wachen näherten sich Ihm mit gezückten Waffen während dieser breitbeinig auf dem Handelsplatz Stand. Mit ein paar Meter Abstand hatte sich ein großer Kreis bewaffneter Gardisten um ihn gebildet und versperrte Ihm jeglichen weg zur Flucht. Der Gouverneur lachte immer noch, das pulsieren nahm stetig zu, wurde stärker und stärker, schlussendlich gab das strapazierte Gewebe nach und entblößte eine schleimige und lange Kralle. Mehr brauchte der Inquisitor nicht sehen, sein Gedanke sandte einen kurzen Impuls der alles sagte was notwendig war. – Constantine!

Hoch im Orbit umgriff ich meine Hellebarde fester, ich hatte meinen Brüdern erlaubt mir zu folgen und meine obersten Gedanken zu lesen, daher war es nicht verwunderlich das sie schlagartig ihre murmelnden Gebete beendeten und selbst ihre Waffen fester umschlossen oder ihre Sturmbolter prüften.

 „Es wird Zeit…“ rief ich dem Servitor zu der mit uns im Raum stand und die Apparaturen bediente. Die kleine Kammer wurde mit Rauch gefüllt und eine Sirene plärrte los als die Beleuchtung sich in ein düsteres Rot verwandelte.

10 Sekunden bis zum Sprung… schallte es aus den Lautsprechern.

+Demnos, schütze den Inquisitor. Seid wachsam, meine Brüder.+ sandte ich den geistigen Befehl an meinen Einsatztrupp.

Für das Protokoll sollte ich erwähnen das wir Grey Knights keine dünnblütigen Astartes, geschweige denn einfache Soldaten sind. Wir sind die direkten Nachkommen des Imperators. Durch diese Gabe sind wir fester miteinander verbunden als es die meisten Wesen jemals sein könnten. Jedes Mitglied eines Kampftrupp ist im Geiste mit den anderen Verbunden. Wir spüren die Nähe unserer Kameraden, wir fühlen was sie empfinden. Durch dieses Band was uns Brüder verbindet, ist es uns möglich unsere Kräfte um ein vielfaches zu Verstärken um ein Leuchtfeuer der Reinheit in der dunkelsten Stunde der Menschheit zu sein.

5 Sekunden bis zum Sprung…

+Wir sind das Schwert…+ unsere Gedanken verschmolzen zu einem Satz.

3…

2…

1...

Ich fiel in die Dunkelheit. Bestien geiferten und versuchten durch meine Aegis zu dringen. Sie schrien meinen Namen…und Namen die ich nie zuvor gehört hatte… Ich bin das Schwert…

Im nächsten Augenblick stand ich in der großen Halle, schützend zwischen Lucer und dem was mal der Gouverneur gewesen war. Die Anzeigen meiner Rüstung teilten mir mit das alle Brüder Punktgenau teleportiert worden waren. Von Lucer´s Gedanken an meinen Namen bis zu diesem Augenblick waren 13 Sekunden vergangen.

Der Dämon hatte sich nun fast komplett seiner fleischigen Hülle entledigt und schrie uns mit seinem sabbernden Maul wutentbrannt an. „IHR SEID ZU SPÄT! DIE SEELE EURES BRUDERS IST BEREITS VERDORBEN UND MEEEEEEIN!“

„Welcher Bruder?“ Fragte Lucer mit hochgezogener Braue. +Lauscht nicht den Worten des Dämons, sie sind voll von Lügen und Verrat+ sandte ich ihm und meinen Brüdern. Nach wie vor war ich mit Lucer verbunden und spürte seine Angespanntheit.

Mittlerweile hatten uns die beiden Leibwachen erreicht, ihre Stangenwaffen zum Kampf erhoben. Samuel und ich machten kurzen Prozess mit Ihnen, nach zwei Hieben unserer Hellebarden lagen sie zerteilt vor uns auf dem staubigen Felsboden. Die restlichen Gardisten standen mit aufgerissenen Augen da, vor Schock erstarrt und unfähig eine Aktion zu tätigen.

Niemand machte auch nur Anstalten sich noch zwischen uns und dem Dämon zu stellen. Die Bestie richtete sich zu Ihrer vollen Größe auf, dort wo ihr Speichel den Boden berührte, zischten giftige Dämpfe. Ich spürte wie sie versuchte in unser Band einzudringen, unseren Geist. Wie Ihr Verstand immer wieder verzweifelt gegen unsere Mauer des Glaubens anrannte. Dann fiel ihr Blick auf Lucer, Sie grinste finster, hob ihren gewaltigen Fuß und stampfte auf den Boden. Der ganze Raum erbebte! Schlagartig riss der Fels unter den Füßen des Inquisitors auf.

Ein knapper Schrei entfuhr Lucer, welcher aber sofort in ein glückliches lachen um schwang.

+Ich hab ihn, macht euch keine Sorgen und kümmert euch um unsere Pflicht.+ sandte uns Demnos zu. Er hatte seinen Arm ausgestreckt und die Finger gespreizt. Demnos war damals schon ein hoch begabter Psioniker und ausgezeichneter Telekinet. Er hielt Lucer schwebend über dem Abgrund.

Wir setzten unseren Vormarsch in Richtung des Verdorbenen fort.

+Atlas wird ihn richten!+ sandte ich und bekam augenblicklich von meinen verbleibenden Brüdern die Bestätigung. Wir formierten uns hinter Ihm, während er breitschultrig auf den Dämon zuschritt.

Atlas öffnete sich uns und wir drangen in seinen Geist, gaben ihm unsere Stärke, unsere Reinheit und unsere Kraft. Das psionische Summen seines Dämonenhammers hatte sich in ein ohrenbetäubendes Dröhnen verwandelt. Auf unseren Rüstungen bildete sich aufgrund unserer mentalen Anstrengungen psionischer Raureif. Atlas Schritt weiter voran während wir hinter Ihm Stellung bezogen. Wir gaben ihm so viel Kraft wie es uns möglich war.

Ich weiß noch wie ich dachte das sein Körper, aufgrund der Menge an Kraft die ihn durchströmte, hätte vor schmerzen Brennen und ihn zerreißen müssen. Aber Atlas Schritt unnachgiebig auf den Dämon zu. Diesem wurde schlagartig bewusst was ihn erwartete. In dem Moment als er zurück weichen wollte, riss der gewaltige Hammer ihn von seinen Beinen. Ein Knall durchhallte den Raum als die aufgeladene Waffe einen kurzen Kontakt mit dem verdorbenen Fleisch herstellen konnte und die Glieder der Bestie zerriss. Atlas baute sich über dem Kopf des Dämons auf. „Wer bist du?“ zischte der ehemalige Gouverneur schmerzerfüllt.

Atlas blickte kühl auf den Dämon nieder als er seine gewaltige Waffe zum finalen Schlag erhob. „Ich bin der Hammer!“ Die spontane Entladung der gesamten, aufgestauten Kraft führte dazu den Raum erneut beben zu lassen und die Innereien des Dämons in der gesamten Halle zu verteilen. Die ganze Szenerie dauerte nicht mal eine Minute.

Nachdem die Bestie vernichtet war, gab es kein Jubeln, keinen Lobgesang oder große Feiern. Zwar war der Dämon gebannt, jedoch war unsere Aufgabe noch nicht erledigt. Wir bildeten eine lockere Verteidigungsformation um Demnos und Lucer - welcher inzwischen abgesetzt worden war.

„Was ist mit den Überlebenden?“ nickte ich knapp in Richtung der langsam zurück weichenden Gardisten.

„Befleckt“ war das einzige was Lucer hervor brachte. Ihr Schicksal war besiegelt.

„Wie ihr befehlt, Inquisitor!“, ich warf Demnos einen raschen Blick zu, dieser Verstand auch ohne Impuls was zu tun war. Er riss die Arme in die Höhe und schlug die Handflächen zusammen. Im selben Augenblick verschlossen sich alle Türen und Tore der Halle mit einem lautstarken Knall.

Die Diener des ehemaligen Gouverneurs brannten in Panik immer und immer wieder gegen die Türen, hämmerten darauf ein, warfen sich dagegen oder versuchten diese irgendwie aufzubrechen, Demnos hielt die Fluchtwege jedoch durch seine pure Geisteskraft eisern Verschlossen.

+Lasst niemanden am Leben+ sandte ich den Impuls und unterstrich den Gedanken indem ich meinen Bolter in die Menge feuerte. Meine Brüder taten es mir gleich und ließen einen Geschosshagel auf die verängstigte Meute niedergehen. Es gab keinen Widerstand. Kurz darauf waren alle Ausgänge in nassem Rot getränkt, überall lagen Gliedmaßen und Innereien verstreut.

+Feuer einstellen! Geht sicher das nichts überlebt hat!+ Ich wandte mich zu Lucer. „Der Dämon ist für weitere tausend Jahre gebannt, sein Hofstaat ausgemerzt, wir sind hier fertig.“ – „Ihr, Constantine, ja, aber ich werde mindestens 3 Inquisitoren hierher beordern müssen um die Tiefe dieser Häresie zu untersuchen und dann zu unterbinden. Dieses Geschwür wird eine tiefe Narbe in der Geschichte dieses Planeten hinterlassen…“

+Ich hab hier was…+ Demnos sandte mir einen knappen Impuls.

 +Unmöglich! Der Auspex zeigt keine weiteren Lebewesen an.+ warf Malcor ein.

+Ein schwaches Lebenszeichen, vor den Scannern verborgen, kaum wahrnehmbar, es entgleitet mir Langsam…+

+Wo genau? Kannst du sagen von wem oder was dieses Lebenszeichen ist?+ Ich wandte mich augenblicklich von Lucer ab und lies meinen Blick prüfend durch den Raum schweifen, der Maschinengeist meiner Rüstung lud das fast leere Magazin meines Sturmbolters wie selbstverständlich nach.

+Unter uns…+ er blickte auf das Loch welches der Dämon zuvor aufgerissen hatte. +Das Lebenszeichen ist ein Humanoide…+ ich spürte die Verblüffung und Verwunderung meiner Brüder als Demnos uns folgenden Impuls sandte +Ich glaube es ist ein Astartes...+